Medium oder Homepage: Wo sollte Content veröffentlicht werden?
Christoph Kind
Medium ist eine Publishing Plattform, auf der Nutzer ihre Geschichten veröffentlichen können. Was einige kritisieren ist, dass allein Medium die Lorbeeren für die Arbeit der Autoren sammelt. Natürlich profitieren Autoren von dem riesigen Netzwerk und der aufmerksamen Community, die gute Artikel mit guten Bewertungen belohnt. Etwas, das auf der eigenen, kleinen Blogseite viel schwerer wäre.
Als Google Mitarbeiter Gary Illyes im September 2017 auf den Blogpost “Warum man auf Medium veröffentlichten sollte” antwortete, entfachte daraufhin auf Twitter (heute X) eine hitzige Diskussion über Medium, AMPs und Google.
Verfechter der Plattform argumentierten mit mehr Reichweite und verbessertem SEO auf Medium und bemängelten dabei auch die hohen PPC Kosten (was indirekt eine Kritik an Googles Preispolitik war). Gary betonte die Tatsache, dass man als Urheber einen Teil seines Werkes an Seiten wie Medium.com “verlieren” oder “abgeben” würde.
Verärgerte User konterten schnell und behaupteten dasselbe von Googles AMP Seiten. Illyes aber wies die Vorwürfe zurück und stellte klar, dass Inhalt auf AMP Seiten immer noch dem Urheber gehören, nicht Google.
Und es ging weiter…
Jemand behauptete weiterhin, AMP Seiten würden nicht die eigene Domain beinhalten. Das stimmt jedoch nicht, da die AMP URL immer noch als einheitliche Adresse (nämlich wie die herkömmliche URL der Seite) indexiert wird. An dieser Stelle meldete sich auch Googles John Müller zu Wort und betonte dies.
Die AMP-Debatte hat sich seither weitgehend erledigt: Mit dem Page-Experience-Update im Juni 2021 hat Google die AMP-Pflicht für das Top-Stories-Karussell aufgehoben und das AMP-Symbol in den Suchergebnissen abgeschafft. Seitdem ist AMP ein optionales Format wie jedes andere, und die Frage „Medium oder eigene Homepage“ stellt sich unabhängig davon.
Trotz der Diskussion um die Plattform kann Medium Auswirkungen auf SEO haben, indem größere Reichweiten und zielgerechte Zielgruppen angesprochen werden können. Duplicate Content kann mit Canonicals und den eingebauten Tools von Medium einfach vermieden werden.