Google führt den Mobile-First-Index ein
Christoph Kind
Die Anzahl der User, die das Web mit einem Smartphone (oder Tablet) besuchen, nimmt rasant zu. Auch Google hat dies vor einigen Jahren erkannt und darauf hingewiesen, dass in Zukunft die “mobile Freundlichkeit” einer Webseite (engl. “mobile friendliness”) eine höhere Relevanz bekommen würde. Unter dem sog. “mobile-first index” sollen Seiten, die gut für mobile Nutzer erreichbar sind, in den SERPs mit besseren Rankings belohnt werden. Die mobile Version einer Webseite wird seitdem für die Bewertung der Domain verwendet (anstatt der Desktop Version). Nachdem Google fast zwei Jahre mit Tests und Optimierungen verbracht hat, war es am 26. März 2018 soweit: Der mobile-first Index wurde sukzessiv eingeführt. Inzwischen ist die Umstellung abgeschlossen (siehe unten).
Die Umstellung ging aus einer Mitteilung auf Googles offiziellen Blog hervor. Damit möchte Google die Verlagerung zu mobilen Geräten bei Webseitenbetreibern deutlich machen und dazu aufrufen, Seiten für mobile Geräte zu optimieren.
Bereits seit einiger Zeit generieren Websites über 50 Prozent der Suchanfragen bei Google über mobile Devices. Und ein Ende ist heute noch nicht absehbar. Um künftig der Mehrheit der Google-Nutzer optimale Suchergebnisse anzeigen zu können, ist es folgerichtig, die mobilen Webseiten als Basis zu verwenden und die Indexierung und Rankings künftig mit dem mobilen Index umzusetzen.
Was gilt es, als Seitenbetreiber zu beachten?
Unbedingt überprüfen solltet ihr, ob eure Website tatsächlich korrekt mobil optimiert ist. Am schnellsten könnt ihr das mit PageSpeed Insights testen. Das frühere Mobile-Friendly-Test-Tool hat Google zum 1. Dezember 2023 zusammen mit dem Bericht „Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten“ in der Search Console eingestellt; als Ersatz verweist Google auf Lighthouse (in den Chrome DevTools und in PageSpeed Insights enthalten). Dabei muss man schlicht seine URL eingeben und auf das Ergebnis warten: Nach einigen Sekunden erscheinen Bewertungen und die wichtigsten KPIs zur Seite, die den Optimierungsgrad ansatzweise widerspiegeln. Diese Werte können dann als Anhaltspunkt für die weitere OnPage Optimierung der Seite dienen.
Wie lange hat der Rollout gedauert?
Der Rollout des mobilen Index wurde am 26. März 2018 angestoßen, und Google hatte mitgeteilt, den Prozess sukzessive, aber weltweit umzusetzen. Ein Zeitfenster gab es nicht — und es wurde deutlich länger, als damals vermutet: Erst am 31. Oktober 2023 meldete Google im Search Central Blog, dass die Mobile-First-Indexierung abgeschlossen ist. Gleichzeitig wurde die Anzeige des Indexierungs-Crawlers in den Einstellungen der Search Console abgeschaltet, weil alle mobil funktionierenden Seiten ohnehin mit dem mobilen Crawler erfasst werden. Den letzten Schritt kündigte Google im Juni 2024 an: Seit dem 5. Juli 2024 werden alle Seiten ausschließlich mit dem Googlebot Smartphone gecrawlt und indexiert. Inhalte, die mit einem Mobilgerät gar nicht erreichbar sind, werden seitdem nicht mehr indexiert.
Mobile Rankings prüfen
Generell sollten die eigenen Rankings regelmäßig geprüft werden. Seit der Umstellung zählt für Indexierung und Ranking nur noch die mobile Version — umso wichtiger ist es, zu schauen, wie sich Änderungen an der mobilen Seite auf Sichtbarkeit und Rankings bei Google auswirken. Überprüft also eure Rankings, vergleicht sie und schaut, ob sich kurz- und mittelfristig irgendwelche signifikanten Änderungen ergeben. Wer seine mobilen Rankings im Blick behalten möchte, der kann sich für die 14-tägige, kostenlose Testphase von PageRangers anmelden. Jetzt anmelden und mobil durchstarten.
Während der Umstellung erschien in der Search Console eine Nachricht, sobald eine Seite mit dem mobile-first Index bewertet wurde. Sie sah ungefähr so aus (Quelle: Google Search Central Blog):
Wer damals noch nicht in der neuen Indexierungswelle dabei war, musste sich keine Sorgen um die eigenen Rankings machen. Die Indexierung durch den mobilen Googlebot hat an sich keinerlei Vorteile. Lediglich die Optimierung der mobilen Version einer Webseite wird seit der neuen Indexierung in die Bewertung einbezogen. Das hat Google in folgendem Statement deutlich gemacht:
Wer nur Desktop-Inhalte veröffentlicht, wird weiterhin in unserem Index vertreten sein.
Das gilt im Kern bis heute: Eine eigene mobile Version ist laut Googles Dokumentation nicht zwingend nötig, um in den Suchergebnissen zu erscheinen. Seit Juli 2024 gibt es aber eine Grenze — was mit einem Mobilgerät überhaupt nicht abrufbar ist, landet nicht mehr im Index.
Was man für eine mobil optimierte Seite machen kann
Eine mobile Version der Webseite hat, genauso wie die Desktop Version, viele verschiedene Facetten, die abgearbeitet werden müssen. Die wichtigsten können wir jedoch in einer Liste zusammenfassend erklären:
- Content. Kein Weg führt an Content vorbei. Durch hochwertigen Inhalt und eine gute Strukturierung des Inhalts (also der Nutzung von H1, H2, etc.) bekommen User den Anreiz, wieder vorbeizuschauen.
- Strukturierte Daten. Schema.org ist eine Markup Sprache, die Google beim Verstehen des Inhalts hilft. Sie sollte immer und überall genutzt werden. Mobile und Desktop-Version sollten laut Google dieselben strukturierten Daten haben; auf der mobilen Seite sollten die URLs der mobilen Version verwendet werden.
- Metadaten. Meta Title und Meta Description sollten bei Desktop und mobiler Version identisch bleiben. Immerhin geht es ja auch um dieselbe Seite.
- Crawling Rate. Google crawlt heute mit dem Googlebot Smartphone. Wer eine separate mobile Version betreibt, sollte laut Google dafür genügend Serverkapazität für einen möglichen Anstieg der Crawling-Frequenz bereitstellen.
Natürlich gelten die üblichen Regeln des SEO weiterhin. Die oben genannten Punkte sind lediglich Faktoren, die zur üblichen SEO Arbeit hinzukommen. Wer also seine Hausaufgaben gemacht hat, wird sich keine weiteren Sorgen um seine Rankings machen müssen. Es werden lediglich einige neue Kniffe dazukommen, die für die mobile Version relevant sind.
Fazit
Die Umstellung auf mobile-first ist abgeschlossen: Seit Juli 2024 bewertet Google jede Seite ausschließlich anhand ihrer mobilen Version. Webseitenbetreiber, die keine oder nur eine schlecht optimierte mobile Version der Domain anzeigen, sollten entsprechende Schritte einleiten — es gibt keinen Desktop-Index mehr, auf den man zurückfallen könnte.
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Wer weitere Informationen zum Thema mobile-first sammeln möchte, der sollte sich den SeoSenf Podcast dazu anhören. Weitere Tipps zur SEO Optimierung und zu mobile-first gibt es in unserer Übersicht aller SEOSENF-Folgen.