Alexa

Alexa (alexa.com, englisch: Alexa Internet) war ein Analysedienst, mit dessen Hilfe Webmaster an Daten gelangten, die Auskunft über die Seitenaufrufe einer Webseite gaben. Alexa, ein Tochterunternehmen von Amazon, stellte diese Daten in einem Analysetool bereit, das es sowohl in einer kostenfreien als auch in einer kostenpflichtigen Variante gab. Am 1. Mai 2022 hat Amazon den Dienst eingestellt. Nicht zu verwechseln ist der Dienst mit Amazons gleichnamiger Sprachassistentin, auf die die Adresse alexa.com heute weiterleitet. Zu großer Bekanntheit hatte Alexa es dank seiner sehr erfolgreichen Toolbar geschafft. Zur Gründung von Alexa kam es im Jahr 1996, also zu einer Zeit, wo das Internet noch in den Kinderschuhen steckte und sich noch längst nicht etabliert hatte. Die zwei Gründer von Alexa waren Brewster Kahle und Bruce Gilliat. Wenige Jahre später, im Jahr 1999, zeigte Amazon.com Interesse an Alexa und kaufte es schließlich. Alexa entwickelte sich in großen Schritten weiter. War es zunächst nur als Toolbar in Microsofts Webbrowser „Internet Explorer“ verfügbar, erweiterte sich das Leistungsspektrum von Alexa in der Folgezeit deutlich. Zuletzt bot Alexa auch Analysen bzw. Auswertungen zu Qualität der Webseite, Links, Keywords etc. an und trat damit als SEO-Werkzeug auf.

Das Ende von Alexa.com

Am 8. Dezember 2021 kündigte Alexa Internet an, den Dienst zum 1. Mai 2022 einzustellen. Neue Abonnements wurden ab der Ankündigung nicht mehr angenommen, bestehende Kunden behielten bis zum Stichtag Zugriff auf Daten und SEO-Werkzeuge, die Programmierschnittstellen (APIs) liefen noch bis zum 8. Dezember 2022 weiter. Einen Nachfolger hat Amazon nicht angeboten. Der Alexa Rank wird seitdem nicht mehr berechnet; wo er in älteren Artikeln, Tools oder Mediadaten noch auftaucht, handelt es sich um Werte von vor Mai 2022.

Weiterführende Informationen zu Alexa

Alexa lieferte Auskünfte über den Traffic einer Webseite. Das Tracken des Traffics ist für viele Webmaster interessant, da mit Hilfe dieser Informationen Rückschlüsse gezogen und Prognosen angestellt werden können. Die erkennbaren Tendenzen beruhten allerdings nicht immer auf den richtigen Daten, d. h. die Angaben zum Traffic konnten von den tatsächlichen Daten abweichen. Nichtsdestotrotz ließen sich mit den zur Verfügung stehenden Daten Annahmen treffen und Prognosen erstellen. Neben der kostenfreien Version von Alexa wurde auch eine Bezahlversion angeboten. Mit dieser Version, die sich Alexa Pro nannte, waren dann u. a. weitere Analysen möglich.

Der Alexa Rank

Der Alexa Rank wurde genutzt, um die getrackten Besucherzahlen einer Webseite zu analysieren und auszuwerten. Durch den ermittelten Alexa Rank war man in der Lage, die erfolgreichsten Webseiten, gemessen an der Besucherzahl, in eine Reihenfolge zu bringen: Je kleiner die Zahl, desto mehr Besucher hatte die Seite nach Alexas Schätzung.

Die Alexa Toolbar

Die Alexa Toolbar diente dazu, bestimmte Werte und Kennzahlen anzuzeigen, hierzu zählte z. B. auch der Alexa Rank. Sie wurde als Browser-Erweiterung installiert und genutzt. So konnten die entsprechenden Daten, z. B. Informationen über den Traffic oder auch Links, recht schnell für jede Webseite ermittelt werden. Zugleich war die Toolbar die wichtigste Datenquelle: Alexa schätzte die Besucherzahlen einer Webseite aus dem Surfverhalten der Nutzer, die die Toolbar installiert hatten.

Alexa und Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes

Der Datenschutz ist seit jeher, gerade in Deutschland und im Zusammenhang mit dem Internet, immer wieder ein zentrales und wichtiges Thema. Auch Alexa spielt hier eine entscheidende Rolle, da es über lange Zeit hinweg über bestimmte Softwarepakete automatisiert mitinstalliert wurde. Ohne das der Anwender davon möglicherweise etwas mitbekommen hatte, wurde die aus Sicht von Alexa wichtigen Daten an Alexa übermittelt. Auch wenn diese Daten anonym übermittelt wurden, konnten hiermit hinsichtlich der Besucherzahlen einer Webseite, wichtige Erkenntnisse gewonnen werden. Ein zusätzliches Problem war, dass die Alexa-Toolbar dem Anwender als nützliches und hilfreiches Tool angepriesen wurde und andere wichtige Informationen vorenthalten wurden. So kam es auch, dass der für den Datenschutz im Bremen Landesbeauftragte, Alexa als Spy-Software (kurz: Spyware) einstufte. Der Grund: Es wurden anonyme Daten hinsichtlich der privaten Internetaktivitäten an Alexa übermittelt. Aus diesem Grund veröffentlichte der Bremer Landesbeauftragte eine Anleitung, um sich vor der unwissentlichen und anonymen Datenübermittlung zu schützen.

In späteren Jahren kam Alexa hinsichtlich des Datenschutzes kein besonderer Stellenwert mehr zu. Alexa machte aus dem Thema auch kein Geheimnis: In der eigenen Datenschutzerklärung wies der Dienst deutlich darauf hin, dass Daten über das Benutzerverhalten, wozu auch die besuchten Webseiten zählten, gesammelt werden. Ein wichtiger Zusatz lautete, dass diese Daten anonymisiert werden konnten, aber nicht zwangsläufig anonymisiert werden mussten. Mit dem Ende des Dienstes hat sich die Frage erledigt.

Alexa aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung

Schon vor der Einstellung hatte der Alexa Rank den Stellenwert vergangener Zeiten verloren. Aus Sicht vieler Suchmaschinenoptimierer diente er zuletzt nur noch als grobe Orientierung, etwa um zwei oder mehrere Webseiten hinsichtlich der Besucherzahlen zu vergleichen oder um vor einer Veröffentlichung auf einer fremden Webseite deren Reichweite abzuschätzen. Für die eigene Webseite lieferten Analysedienste wie Google Analytics schon immer weitaus präzisere Werte, weil sie die tatsächlichen Besuche messen statt sie aus einer Stichprobe zu schätzen. Ein Rankingfaktor für Google war der Alexa Rank nie.

Heute gilt: Wer die Reichweite fremder Webseiten einschätzen will, ist auf andere Schätzdienste angewiesen; wer die eigene Webseite beurteilt, nutzt die eigenen Messdaten aus Analytics und der Google Search Console. Taucht der Alexa Rank in Mediadaten oder Angeboten noch auf, ist er kein Argument mehr.

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