Domainalter
Das Domainalter gibt wie der Name schon sagt an, wie alt eine Domain ist. Lange galt es in der Suchmaschinenoptimierung als einer von mehreren Rankingfaktoren: Webseiten bzw. Domains, die schon länger existieren, wurde im positiven Sinn unterstellt, dass sie dem Nutzer bessere und glaubwürdigere Ergebnisse liefern. Google widerspricht dem; John Mueller von Google sagte dazu knapp: „No, domain age helps nothing.“ Eine relativ neue und damit junge Webseite bzw. Domain, muss sich gegenüber einer etablierten Domain zunächst erstmal beweisen und zeigen, dass sie ebenbürtig oder sogar besser ist. Über längere Zeiträume setzen sich bei den Suchmaschinen wie z. B. Google qualitative Inhalte meistens durch. Bei jungen Domains ist häufig der Effekt zu beobachten, dass diese für eine bestimmte Zeit ein überdurchschnittlich gutes Ranking erzielen.
Gerade sehr gängige und einschlägige Domainnamen sind in den allermeisten Fällen bereits vergriffen und können nur noch käuflich erworben werden, vorausgesetzt sie wird zum Kauf angeboten. Der höchste öffentlich bekannte Preis für eine Domain liegt bei 70 Millionen US-Dollar: So viel zahlte der Gründer von Crypto.com laut Berichten vom Februar 2026 für ai.com. Zum Vergleich: Für sex.com wurden über 13 Millionen US-Dollar gezahlt.
Der Einfluss des Domainalters auf das Ranking
Auch wenn im Domainalter häufig ein Rankingfaktor gesehen wird, bestätigt Google das nicht. Ein oft zitiertes Google-Patent von 2007 nutzte Registrierungsdaten zur Erkennung von Spam, nicht zur Vergabe von Rankings. Bei der Frage, wie z. B. Google das Alter einer Domain bestimmt, ging man lange davon aus, dass dies mit Hilfe des Whois-Eintrags geschieht. Dies ist aber nicht der Fall, denn Google bedient sich dieser Daten beim Crawlen von Webseiten. Wurde eine Webseite erstmals durch den eigenen Suchmaschinen-Crawler entdeckt und ist die Domain für Google tatsächlich existent, wird dies als die Geburtsstunde der Domain, zumindest für Google, bezeichnet.
Qualität wichtiger als Domainalter
Wichtig ist für z. B. Google die Qualität der Domain, also neben den bereitgestellten Inhalten auch die Links die auf diese Domain verweisen. Wer sich mit dem Gedanken trägt, eine bereits existierende Domain zu kaufen, sollte Folgendes beachten.
Ist eine Domain zwar existent, stellt aber seit längerem keine Inhalte mehr zur Verfügung, gehen auch die Links die auf die entsprechende Domain verweisen, zurück. Ein normaler Vorgang, denn stellt der Linkgeber fest, dass ein Link ins Leere führt, entfernt er diesen. Das hat zur Folge, dass der Wert einer Domain deutlich einbrechen kann und an alte Erfolge nicht mehr anknüpfen kann. Daher sollte beim Kauf dringend auch darauf geachtet werden, wie lang eine Domain „brach lag“.
Möchte man hingegen eine Domain übernehmen, deren Webseite noch online ist, sollte das Augenmerk auf den Qualitätszustand der Webseite gelegt werden. Hat ein solche Domain ein Qualitätsproblem und Google hat sich diese Webseite im negativen Sinne eingeprägt, kann dies im Nachhinein die Arbeit an der Webseite erschweren. Gründe für Abstrafungen liegen häufig im Backlinkprofil einer Domain, können aber auch aufgrund schlechter, bzw. dünner Inhalte verhängt worden sein.
Bei einer solchen Domain fängt der Webmaster so gesehen nicht bei Null, sondern im Worst Case Szenario im negierten Bereich an. Hier müssen dann häufig besonders viele finanzielle Mittel bereitgestellt werden, um Google von der neuen und besseren Qualität der Domain zu überzeugen.
Missbrauch abgelaufener Domains
Wer eine abgelaufene Domain nur kauft, um von ihrem Alter und ihren Links zu profitieren, riskiert seit März 2024 einen Verstoß gegen Googles Spamrichtlinien. Als Missbrauch abgelaufener Domains gilt laut Google, wenn eine abgelaufene Domain gekauft und in erster Linie zur Manipulation des Suchrankings umfunktioniert wird, indem Inhalte mit kaum oder gar keinem Mehrwert gehostet werden. Googles Beispiele sind Affiliate-Inhalte auf einer früheren Behördenwebsite oder Casino-Inhalte auf der ehemaligen Website einer Grundschule. Wer eine ältere Domain übernimmt, sollte sie deshalb thematisch passend und mit eigenen, hilfreichen Inhalten weiterführen.