File Transfer Protocol

Als File Transfer Protocol (FTP) wird ein Protokoll bezeichnet, mit dem Daten übertragen werden können. Daher auch der Name File Transfer Protocol, was ins Deutsche übersetzt „Datentransferprotokoll“ oder „Datenübertragungsprotokoll“ bedeutet. Genauer gesagt handelt es sich hierbei um ein Netzwerkprotokoll, dessen erste Spezifikation (RFC 114) bereits aus dem Jahr 1971 stammt; die bis heute maßgebliche Fassung RFC 959 erschien im Oktober 1985. Damit ist FTP eines der ältesten Protokolle (in Verbindung mit dem Internet).

Das File Transfer Protocol dient in erster Linie dazu, eine Datenverbindung zwischen einem Server und einem Client aufzubauen. Das Protokoll wird dann verwendet, wenn Daten zwischen einem Client und einem Server ausgetauscht werden. Hierbei wird unterschieden zwischen einem Download, also der Übertragung vom Server zum Client und zwischen einem Upload, also der Übertragung vom Client zum Server. Aber auch der Austausch von Daten von Server zu Server ist möglich. Hierbei kommt das im File Transfer Protocol (FTP) definierte File Exchange Protocol (FXP) zum Einsatz, wodurch der Datenaustausch zwischen zwei Servern vom Client gesteuert werden kann.

Weitere Verwendungsmöglichkeiten des File Transfer Protocols

Wie bereits erwähnt, ist es mit Hilfe des File Transfer Protocols möglich, dass nicht nur Server Dateien untereinander austauschen, sondern auch der Client mit einem Server und umgekehrt. Ist zwischen Client und Server eine Verbindung erfolgreich aufgebaut worden, können neben dem eigentlichen Datenaustausch auch Verzeichnisse erstellt, gelesen und sogar verändert bzw. gelöscht werden. Das gleich gilt für Dateien, die beispielsweise innerhalb des Verzeichnisses verschoben werden können. Diese Rechte können aber durch einen Administrator eingeschränkt werden. Der Administrator kann die Rechte so vergeben, dass beispielsweise nur einzelne Personen oder auch Gruppen in die Verzeichnis- bzw. Dateistruktur eingreifen können. Es kann also bestimmt werden, welcher Benutzer, welche Dateien und Verzeichnisse lesen, ändern oder ausführen kann.

Der Verbindungsaufbau

Um einen erfolgreichen Verbindungsaufbau zwischen Client und Server zu ermöglichen, verwendet das File Transfer Protocol zwei separate Verbindungen. Hierbei kommt jeder Verbindung eine andere Aufgabe zu. Zunächst wird die Verbindung zum Server über eine TCP-Verbindung aufgebaut. Über diese TCP-Verbindung werden die Befehle an den Server geschickt. Erhält der Server einen Befehl, so antwortet dieser mit einem Statuscode. Das geschieht jeweils über eine Verbindung.

Die andere Verbindung des File Transfer Protocols ist dafür zuständig, dass Dateien entsprechend der vom Client und Server versendeten Befehle ausgetauscht werden können.

Ein Beispiel: Ein Fotograf stellt seinem Kunden Fotos zur Verfügung, die über einen FTP-Server schnell und bequem heruntergeladen werden können.

Auf FTP-Server kann auf verschiedene Arten zugegriffen werden. Eine Möglichkeit ist der Verbindungsaufbau über einen FTP-Client, also z. B. eine Software, die auf dem Rechner installiert wird. Früher war auch der Zugriff direkt über den Webbrowser verbreitet, weil man dafür keine zusätzliche Software installieren musste. Die großen Browser haben die FTP-Unterstützung jedoch 2021 entfernt: Chrome hat sie mit Version 88 abgeschaltet und mit Version 95 vollständig gestrichen, Firefox mit Version 90. Heute braucht man daher in der Regel einen eigenen FTP-Client.

Sicherheit

FTP überträgt Daten einschließlich der Zugangsdaten unverschlüsselt; Angreifer können sie daher mitlesen und sogar verändern. Das war auch einer der Gründe, weshalb die Browser den Support eingestellt haben. Als sichere Alternativen gelten FTPS, bei dem die FTP-Verbindung per TLS abgesichert wird (RFC 4217), sowie SFTP, ein eigenständiges Protokoll, das auf SSH aufbaut.

Verwendung des FTP bei frei zugänglichen Servern

Frei zugängliche Server, also Server die in der Regel einer breiten Masse zur Verfügung gestellt werden sollen, bieten häufig anonymen Zugang an. Hierfür wird zwar ein allgemeines Benutzerkonto (häufig „Anonymous“) benötigt, aber kein Passwort. Diese Art des Servers wird z. B. häufig an Universitäten verwendet. So wird gewährleistet, dass auch viele Nutzer gleichzeitig größere Datenmengen herunterladen können.

Das File Transfer Protocol aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung

Aus Sicht der Suchmaschinenoptimierer stellt das File Transfer Protocol ein nützliches „Werkzeug“ dar. Mit FTP bzw. seinen verschlüsselten Varianten lassen sich Dateien (z. B. Grafiken oder Vorlagen) direkt zwischen dem Client und dem Server austauschen, etwa wenn am Code einer Webseite gearbeitet wird. Content Management Systeme (CMS) sind darauf allerdings nicht angewiesen: WordPress beispielsweise schreibt Dateien bevorzugt direkt auf dem Server und fragt nur bei Updates und Installationen nach FTP-Zugangsdaten, wenn ihm die nötigen Schreibrechte fehlen.

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