E-Commerce SEO – Mehr Traffic im Online Shop

Wer einen Online Shop betreibt, weiß, dass Traffic (besonders am Anfang) sehr stark umkämpft ist. Seien es andere Mittelständler oder der Gigant Amazon: überall gibt es Shops, die einem die Kunden abwerben möchten. Deswegen wollen wir in diesem Artikel erklären, wie man seinen Traffic erhöhen kann und mehr Kunden auf seine Produkte aufmerksam macht.

Bild von einem Laptop und einer Kreditkarte

Instagram als Trendsetter für Online Shops

Instagram entwickelt sich schnell zu einem der effektivsten Marketingkanäle für E-Commerce-Händler. Es wird geschätzt, dass Instagram 25% mehr Engagement für Marken bietet als jede andere soziale Plattform. Darüber hinaus generiert es einen höheren durchschnittlichen Bestellwert als Pinterest, Facebook, Twitter und Google Plus. Es ist eine virale Option um den Traffic und die Bekanntheit des Shops zu steigern – insbesondere, wenn man weiß, wie Influencer angesprochen werden. Nehmen wir beispielsweise an, wir möchten ein Unternehmen gründen, das online Haarprodukte verkauft. Die wichtigsten Fragen zu Beginn sind hierbei:

Wie bekommen wir Aufmerksamkeit für unseren Laden und dessen Produkte?

Am besten fangen wir an, indem wir auf Instagram nach den beliebten Accounts suchen, die möglicherweise unser Produkt für Hunderttausende von Followern anbieten könnten.

Wie finden wir diese beliebten Konten von Influencern?

Hierbei gibt es mehrere Wege und wir wollen auf zwei der erfolgreichsten Methoden eingehen.

Webstagram

Durch Durchsuchen von WEBSTAGRAM, einer Website, die die beliebtesten Instagram-Hashtags und Benutzer katalogisiert. Durch Eingabe von „Hairstylist“ in der Suchleiste können wir sowohl die beliebtesten Hashtags als auch Nutzer mit „hairstylist“ in ihren Nutzernamen oder Bios sehen. WEBSTAGRAM HOT ist ebenfalls einen Blick wert, da man hier die derzeit beliebtesten Hashtags findet.

Die Instagram App

Eine weitere effektive Möglichkeit, Instagram-Influencer anzusprechen, besteht darin, die Instagram-App auf dem Smartphone zu verwenden. Unter „beliebte Sites“ kann man Influencer entdecken, die Trendfotos auf ihren Profilen hochgeladen haben und Tausende von Likes dafür bekommen. Wir suchen hier nach Fotos, die mit unserer Branche zu tun haben, und klicken auf das Profil des Nutzers, um zu sehen, ob es ein großes Publikum hat und wie wir in Kontakt treten können.

Die meisten professionellen Accounts listen stets Kontaktdaten oder Links zur Webseite auf, über die man Kontakt aufnehmen kann. Ab hier liegt es dann am Shopbesitzer, den Influencer zu überzeugen. Bewährt hat sich hierbei, eine kostenlose Probe zu verschenken und im Gegenzug nach einem Review (als Blogpost) des Produkts oder einem kleinen Foto zu fragen.

Nach relevanten Medien suchen

Es gibt auch andere Arten von Influencer, auf die wir zugreifen können: Blogger, Vlogger und die Presse. Die Größe des Publikums variiert, aber einige von ihnen haben große Anhänger und machen es einfach, sie zu erreichen – und es funktioniert ähnlich wie bei Instagram-Influencern.

Der beste Weg, um Blogger zu finden, ist einfach durch eine schnelle Google Suche. Hier werden direkt die beliebtesten Blogs (z. B. bei der Anfrage „hairstyle blogs“) gelistet. Die oberen Blogs werden meistens groß (und teuer) sein, da lohnt sich auch der Blick auf die nächsten Seiten der SERPs.

Auf Youtube könnten wir Keywords wie „Haartipp“, „Haarspitzen“ und „Haarpflege“ ausprobieren. Dann können wir schauen, ob die Macher der Videos regelmäßig Tipps zum „Schreiben über Haarprodukte“ geben.

Möglicherweise müssen wir unsere Keywords variieren, um die Personen zu finden, die an unserem Produkt interessiert sein könnten. Es gibt viele Leute, die Produktvideos auf Teilzeit oder für einen Lebensunterhalt hochladen.

Eine andere erprobte Methode, um Traffic zu bekommen, ist, den Shop in der Presse zu präsentieren. Auch wenn Express oder Bild kein großes Interesse an unserem kleinen Shop haben ist es häufig so, dass man bei lokalen Nachrichtenseiten für wenig Geld (oder nur eine Produktprobe) zu mehr Sichtbarkeit gelangen. Am besten ist es, wenn man eine einzigartige Geschichte erzählen kann, wenn man auf interessante Weise über das Produkt spricht und eine lockere und offene Art schreiben kann.

Wenn es um die Presse geht, ist ein kurzer Pitch fast immer besser als ein langer Pitch, da die Reporter jeden Tag viele davon lesen müssen. Wenn wir die Aufmerksamkeit der Presse erhalten möchten, schreiben wir im Optimalfall eine kurze und ansprechende E-Mail. Wir erzählen, was uns anders macht und präsentieren uns dabei als lokale Erfolgsgeschichte. Genauso wie es bei einer Instagram-Persönlichkeit der Fall ist, kann die Berichterstattung von einem beliebten Blog, einem Vlogger oder von der Presse eine Menge Sichtbarkeit für das Produkt bringen.

Darüber hinaus bieten die beiden oben genannten Seiten eine schnelle und einfache Methode, um Backlinks von den jeweiligen Seiten zu erhalten. Man erhält also nicht nur die Social Signals und die Backlinks, die Google als wichtig anerkennt, sondern auch mehr Reichweite und mehr Mund-zu-Mund Propaganda (die auch im SEO wichtig ist).

Eindeutige Title Tags für Produktseiten verwenden

Ein Fehler, der in großen E-Commerce-Stores gefunden wird, sind doppelte Title Tags. Diese sollten nämlich für jede Produktseite unique sein, um die Attraktivität bei den Suchmaschinen zu gewährleisten. Um Keywords und Title Tags nicht mehrmals zu verwenden, lohnt es sich, unique Phrasen zu verwenden, mit denen man besser für relevante Keywords ranken kann.

Für den Handel in der Automobilindustrie ist beispielsweise „Marke-Modell-Artikeltyp“ eine perfekt funktionierende Title Tag-Formel. Zum Beispiel kann ein Title Tag für eine Produktseite „Porsche Panamera 4s 2016“ sein. Um die Verwendung von Titel Tags zu maximieren, sollten wir die Länge unter 70 Zeichen halten (um Kürzungen bei den SERPs zu vermeiden).

Screenshot eines Snippets über Nike Schuhe

Ein weiterer Tipp ist, die wichtigsten Informationen so früh wie möglich zu präsentieren. Es werden beispielsweise auf der Target-Coupon-Seite von ChameleonJohn Schlüsselphrasen („15% Rabatt“) am Anfang der Title Tags platziert, um beim User ins Auge zu fallen und so mehr Besucher zu generieren.

Ein Screenshot eines Snippets über Rabatte - die Prozente an erster Stelle

301 Weiterleitungen setzen

Eine permanente 301-Weiterleitung ist nützlich, um eine Seite auf eine andere Seite umzuleiten. Sie sind sehr wichtig für die Suchmaschinenoptimierung, da sie uns ermöglichen, Suchmaschinen darüber zu informieren, wohin sich alte Inhalte verschoben haben. Bei einer 301-Weiterleitung werden alle Eigenschaften der umgeleiteten Seite wie PageRank, page authority, traffic value, usw. auf die Zielseite verschoben. Dies hilft, die alte Seite aus dem Suchmaschinenindex zu entfernen und sie durch die neue zu ersetzen.

Wenn man die Seite eines abgelaufene Produkts, eines verschobenen Inhalts oder einer Änderung der Linkstruktur nicht umgeleitet wird, finden Suchmaschinen stattdessen die 404-Seite, wenn Besucher auf den Link klicken, was zu Trafficverlust, Rankingverlust und Link Juice-Verlust führt.

Schema Markup verwenden

Der Markup von schema.org ist notwendig, um Rich Snippets zu Produktseiten hinzuzufügen. Die Implementierung der Rich Snippets von Google in unserem E-Commerce Shop erhöht die Sichtbarkeit der Produkte, bietet mehr Details für Kunden, die durch SERPs klicken, und steigert letztendlich den Umsatz. Mit schema.org Markups können Suchmaschinen die Produktinformationen verstehen und solche Produktinformationen in SERPs anzeigen, wodurch die Klickrate auf der Produktseite erhöht wird.

Ein Code Snippet aus der offiziellen schema.org Dokumentation

Zu den allgemeinen Rich Snippets gehören Rezensionen, Veranstaltungen, Software, Produkte und Rezepte. Laut Google erhöhen Rich Snippets das Ranking in SERPs nicht, sondern helfen Suchmaschinen-Crawlern, Inhalte zu verstehen und umfassende Informationen in SERPs anzuzeigen. Die folgenden Schema-Markups sollten in jede E-Commerce-Website implementiert werden, die organischen Traffic erhöhen möchte:

  • Produkte – Durch die Optimierung der Produktinformationen in Markups können Suchmaschinen erkennen, dass sie eine Produktseite und nicht einen Blogeintrag durchsuchen. Mithilfe von Markups für Produktseiten können Details zu Produktfarbe, Größe, Modellnummer und verwandten Produkten bereitstellen
  • Preise – Bei der Suche nach Produkten finden wir oft Produkteinträge mit ihren Preisen direkt darunter (vor allem aus Geschäften wie BestBuy, Apple und Amazon). Schema Markups helfen dabei, die Besucher über SERPs über die Preise der Produkte aufzuklären, um mehr Klicks zu ermöglichen.
  • Bewertungen – Die Verwendung von Testimonials hat sich bei Verkäufen in Online Shops als effektive Methode erwiesen. Das Einbeziehen von Bewertungen und Bewertungen in SERPs durch Schema Markup dient als sozialer Beweis und hilft bei der Conversion von Besuchern in Kunden.

Mobile Friendly

Vor Kurzem ist bekannt gegeben worden, dass Google den „Mobile First Index“ nach und nach einführt. Das bedeutet, dass Google beginnt, die mobilen Versionen von Websites zu indizieren (wenn diese verfügbar sind), um mobile Seiten mit Ranking Kriterien zu vergleichen und um zu entscheiden, wie eine Website sowohl in den Desktop- als auch in den mobilen Suchergebnissen platziert werden soll.

Diese Entwicklung bedeutet, dass Informationen über die mobile Website (Inhalte, Seitengeschwindigkeit, strukturierte Daten, Meta Tags, usw.) im Gegensatz zur Desktop Version verwendet werden, um sowohl das Desktop- als auch das mobile Ranking in der zu ermitteln. Laut Google liegt der Grund für diese Entwicklung darin, dass mobile Suchanfragen (auf Tablets, Smartphones und einigen E-Readern) die Suchanfragen von Desktops schon lange überholt haben.

Um sicherzustellen, dass eine Website von Google als mobilfreundlich eingestuft wird, muss sie folgende Funktionen aufweisen:

  • Die Website muss Software wie Flash vermeiden, die auf Mobilgeräten nicht üblich ist
  • Der von der Website verwendete Text muss ohne Zoomen lesbar sein
  • Der Inhalt der Website sollte so groß sein, dass der Benutzer nicht horizontal scrollen oder zoomen muss, um zu lesen
  • Es müssen alle Links auf der Website so weit auseinanderliegen, dass der richtige Link einfach gefunden werden kann
  • Hinweis: Mit dem „mobile friendly check“ von Google kann man einsehen, ob die eigene Seite den wichtigen Kriterien entspricht

Page Speed

Wer über Mobile Friendly redet, kommt an dem Thema PageSpeed nicht vorbei. Page Speed ist nämlich für mobile User ein sehr kritischer Punkt, da die Verbindung auf mobilen Geräten nie so gut ist wie bei stationären PCs. Außerdem ist es bei mobilen Usern oft so, dass eine Seite nicht sehr lange besucht werden soll (meistens sind einige wenige Informationen schon genug), weswegen eine kurze Verzögerung beim Laden zum Abbruch führt.

Was führt zu langsamem Page Speed?

  • Der Host –  Auf lange Sicht kann ein günstiges Angebot die Seitengeschwindigkeit verringer. Mit dem richtigen Host und dem richtigen Tarif bleibt der Shop schnell und performant
  • Große Bilder – Bilder, die schwer zu laden sind, können die Seitengeschwindigkeit verringern. Dies ist oft auf zusätzliche Daten in den Kommentaren oder auf mangelnde Komprimierung zurückzuführen. Man sollte PNG für Bilder, die keine hohen Details (wie Logos) benötigen, und JPEG für Fotos verwenden
  • Extern eingebettete Medien – Externe Medien (wie Videos, Ads) sind sehr wertvoll für den User, können aber die Ladezeit erheblich verringern. Am besten lädt man sie auf eigenen Server, um etwas Ladezeit zu sparen
  • Nicht optimierte Browser, Plugins und Apps – Man sollte den eigenen Online Shop in allen Browsern testen, da er nicht überall auf die gleiche Weise laden könnte. Darüber hinaus können Apps wie Flash die Seitengeschwindigkeit erheblich senken
  • Das Theme – Einige aufwendig gestaltete Themes, die viele Effekte enthalten, können den Page Speed senken. Man sollte daher die Bewertung der Theme Anbieter genau durchlesen und nach langsam ladenden Themes Ausschau halten
  • Widgets – Einige Social Media Buttons oder Kommentarbereiche können sich auf die Geschwindigkeit der Seite auswirken

SEO Best Practices für mehr Page Speed

Komprimierung

Man sollte Programme wie Gzip nutzen, um seine Dateien kleiner umzuwandeln. Gzip ist eine Softwareanwendung für die Dateikomprimierung, um die Größe von CSS-, HTML- und JavaScript-Dateien, die größer als 150 Byte sind, zu reduzieren. Achtung: Gzip sollte nicht für Bildkompression verwendet werden. Für solche Fälle empfiehlt sich ein Programm wie Photoshop, wo man die Kontrolle über die Qualität des Bildes behalten kann.

Reduzieren von CSS, JavaScript und HTML

Durch das Reduzieren des Codes (einschließlich Leerzeichen, Kommas und anderer unnötiger Zeichen) kann man die Seitengeschwindigkeit drastisch erhöhen. Am besten entfernt man auch Code-Kommentare, Formatierungen und nicht verwendeten Code. Google empfiehlt die Verwendung von CSSNano und UglifyJS.

Redirects reduzieren

Jedes Mal, wenn eine Seite auf eine andere Seite umgeleitet wird, muss der Besucher zusätzlich warten, bis der HTTP-Anfrage-Antwort-Zyklus abgeschlossen ist. Wenn das mobile Umleitungsmuster beispielsweise so aussieht: „example.com -> www.example.com -> m.example.com -> m.example.com/home“, wird jede dieser zusätzlichen Weiterleitungen die Seite langsamer machen.

Content Distribution Networks verwenden

Content Distribution Networks (CDNs), auch als Content Delivery Networks bezeichnet, sind Server-Netzwerke, die zum Verteilen der Serverlast beim Bereitstellen von Inhalten verwendet werden. Im Wesentlichen werden Kopien der Website in mehreren, geografisch unterschiedlichen Datenzentren gespeichert, sodass Benutzer schneller und zuverlässiger auf die Website zugreifen können.

Fazit

Social Media und andere Technologien können nicht nur zum Kontakt mit Freunden, sondern auch für’s SEO benutzt werden. Shop Betreiber, denen das Potenzial einer solchen Technologie bewusst ist, können sich für die Zukunft eine Vorreiterposition sichern und wertvolle Sichtbarkeit erhalten.