Interview mit SEO Experte Stefan Fischerländer

 

SEO Day 2017

 

Der SEODAY ist eine der größten SEO-Konferenzen im deutschsprachigen Raum mit über 45 Speakern, 850 Gästen, 100 Medienpartnern und Top-Sponsoren aus der Branche. Wir haben einen der Top-Speaker Stefan Fischerländer interviewt und neben den spannendsten Momenten aus den letzten Jahren, die SEO-Trends 2017 erfragt.

Stefan Fischerländer ist geschäftsführender Gesellschafter der Passauer Digitalagentur Gipfelstolz. Seit dem Jahr 2000 berät er Kunden mit Fokus auf technischem SEO und ist als Entwickler tätig. Dieses Jahr spricht er am 12.10.2017 auf dem SEO-DAY – der größten Konferenz für Suchmaschinenoptimierung – im Kölner Rheinenergiestadion.

Welche Tipps würdest Du geben, wenn es darum geht, den Quellcode der Website, Seo optimiert zu gestalten?

Nutze die HTML-Tags entsprechend ihrer semantischen Bedeutung. Die H1 als zentrale Überschrift, H2 für Unterüberschriften; setze auch die HTML5-Tags wie article und aside entsprechend ein. Damit alleine kommst du nicht auf Platz 1, aber es zwingt dich, die Struktur und den Fokus deiner Seite gezielt festzulegen.

Gibt es Änderungen die Google in den letzten oder auch in diesem Jahr durchgeführt hat, auf die man aus technischer Sicht reagieren sollte?

HTTPS und Website-Performance sind die derzeit wichtigen technischen Aufgaben. Und wenn du schon am umstellen bist, solltest du auch gleich an HTTP/2 denken.

Daten sammeln ist das Eine, doch wie nutzt man diese mehrwertbringend für die SEO-Optimierung?

Die Nutzerzufriedenheit ist für mich, der auf lange Sicht, wichtigste Rankingfaktor. Deshalb solltest du alle Daten dafür einsetzen, deine Nutzer noch besser zufrieden zu stellen. Schaue dir beispielsweise regelmäßig alle Seiten mit besonders schlechten Absprungraten an und frage dich ganz ehrlich, warum hier die Nutzer verschwinden.

Welchen Einfluss /Folgen auf den Entwicklungsprozess einer Website hat Deiner Meinung nach Mobile-first?

Mobile-first zwingt im Idealfall den Seitenbetreiber dazu, sich den Fokus jeder einzelnen Seite ganz genau zu überlegen. Im Desktop-Web sind ja Pseudo-Lösungen wie „Ach, das ist auch noch wichtig, das packen wir in die Sidebar“ beliebt. Im mobilen Design geht das aufgrund des knapperen Platzes meist nicht mehr.

Google-AMP – Eine neue Modeerscheinung oder die Zukunft des Mobile?

Ich hoffe, dass wir AMP bald als Modeerscheinung abtun können. Schließlich haben wir alle nichts davon, wenn sich der Großteil der mobilen Webnutzung ausschließlich auf Google-Domains abspielt. Webseiten schnell zu machen, sollte sowieso eine wesentliche Aufgabe für alle Seitenbetreiber sein und das geht auch ohne AMP. Aber derzeit kommt man zumindest in News-lastigen Branchen kaum an AMP vorbei.

Was würdest Du einem Online-Shop-Betreiber für das SEO-Controlling raten? Welche KPI sollten regelmäßig überwacht werden?

Shopbetreiber sollten sich möglichst wenig um die klassischen SEO-Kennzahlen kümmern. Viel wichtiger ist es, genau hinzuschauen, was meine SEO-Besucher auf der Website machen. Entscheidende KPIs sind hier Umsatz und Verkäufe an SEO-Nutzer sowie Aufenthaltsdauer und Absprungsraten.

Die typischen SEO-Kennzahlen wie Sichtbarkeitswerte, sind für Shopbetreiber besonders gefährlich, da diese Kennzahlen stark auf die hochvolumigen Keywords reagieren, während der Verkauf in Online-Shops sehr häufig über den Longtail stattfindet.

Google-Tag Manager – Sollte man diesen auf jeden Fall nutzen oder können Websitebetreiber getrost darauf verzichten?

Ob dir der Tag-Manager Vorteile bringt, hängt in erster Linie davon ab, wie du technisch aufgestellt bist. Meistens geschieht die Entwicklung der Website außer Haus oder in einer eigenen Abteilung mit genau definierten Abläufen. Wenn du da erst auf den nächsten Scrum-Sprint warten musst, um ein zusätzliches Ereignis tracken zu können, ist der Tag-Manager eine wertvolle Erleichterung. Sitzt der Entwickler deiner Website aber am Schreibtisch neben dir, ist es meiner Erfahrung nach meist effektiver, die Änderungen am Seitenquelltext vorzunehmen.

Welches Datenbanksystem kannst Du empfehlen?

Ich bin seit ewigen Zeiten ein Fan von MySQL, jetzt gerne auch in der Ausprägung MariaDB. Das System ist schnell und flexibel und wenn du dich nicht davon erschrecken lässt, dass es eine relationale Datenbank ist, kannst du MySQL auch wunderbar als NoSQL-Datenbank einsetzen. Niemand – außer vielleicht Informatik-Professoren – sagt, dass eine relationale Datenbank immer normalisiert sein muss. Hast du diese gedankliche Hürde einmal übersprungen, kannst du mit MySQL eigentlich alles anstellen, was dir in den Sinn kommt.

Du möchtest mehr zum Thema SEO-CODE erfahren? Dann solltest Du den Vortrag von Stefan auf dem SEO-DAY , am 12.10.2017, nicht verpassen!

Weiterführende Informationen zur Veranstaltung:

Alle Vorträge und Speaker des SEO-DAY findest Du hier