Sind Canonical Tags jetzt böse? – Negative SEO

Christoph Kind

Sind Canonical Tags jetzt böse? – Negative SEO

Seit Kurzem ist es so, dass einige Webseitenbetreiber um ihre Seiten fürchten. Der Grund: Angeblich soll es Black Hat SEO Methoden geben, die mit einem Canonical Tag Schaden anrichten können. John Mueller hat schnell Rede und Antwort gestanden, doch es sind nicht alle davon überzeugt.

Was ist Black Hat SEO?

Unter Black Hat SEO versteht man Methoden, die unethisch sind und gegen die Regeln der Suchmaschinen verstoßen. Diese haben zwei mögliche Ziele: eine Seite besser ranken zu lassen oder eine andere Seite schlechter ranken zu lassen (Negative SEO). In jedem Falle werden Methoden angewendet, die gegen Googles Spam-Richtlinien verstoßen. Sollte Google solche Praktiken bemerken, droht ein niedrigeres Ranking oder der komplette Ausschluss aus den Suchergebnissen.

In diesem Fall ging es darum, dass Canonical Tags (eigentlich ein nützliches, mächtiges Werkzeug) dazu verwendet wurden, um die Seite eines Konkurrenten schlechter ranken zu lassen. Wie schon Bill Hartzer auf seinem Blog erklärte geht es hierbei um eine “schwer zu ermittelnde Variante”.

Bei der Praxis sind zwei Webseiten im Spiel: die Webseite des Opfers (Seite A) und die Seite des Angreifers (Seite B). Nun verschafft sich Seite B eine Kopie des Headers von Seite A und setzt dabei ein Canonical Tag auf seiner eigenen Seite (das zu Seite A zeigt). Da Seite B ein korruptes Backlinkprofil aufweist (und die Seiten laut Hartzer dank des Canonicals “miteinander verbunden sind”), wird auch Seite A von Google als korrupt angesehen.

Als Googles John Mueller im April 2018 gefragt wurde, ob dies möglich sei, antwortete er ganz gelassen (von uns frei übersetzt):

“Die Vorstellung, dass Canonical Tags zwei Seiten miteinander verbinden, ist falsch. Bei Canonicals geht es darum, sich für eine der beiden zu entscheiden.”

Hier der originale Kommentar auf Twitter (heute X):

Somit ist geklärt: Man kann zwei Seiten nicht durch Canonicals verbinden. Canonicals sind nämlich dafür da, eine andere Seite als Original darzustellen. Wenn man zwei Seiten hat, die ähnlichen Content beinhalten, dann sollte eine der beiden Seiten ein Canonical Tag auf die andere setzen. Somit weiß Google, dass die Zielseite die originale Seite ist. Eine „Strafe“ wegen Duplicate Content muss man dabei nicht fürchten: Laut Googles Dokumentation ist eine gewisse Menge davon normal und kein Verstoß gegen die Spam-Richtlinien.

Und heute?

Google hat den Fall nie als Lücke bestätigt. Laut der Hilfe zum Disavow-Tool kann Google in den meisten Fällen selbst beurteilen, welche Links vertrauenswürdig sind, und John Mueller riet Anfang 2023, keine Zeit mit dem Entwerten vermeintlicher Angriffs-Links zu verschwenden, sondern lieber die eigene Seite auszubauen. Die Grundlagen zum richtigen Einsatz stehen in Wie man Canonicals richtig einsetzt.

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