Encrypted Search
Als Encrypted Search, was so viel wie „verschlüsselte Suche“ heißt, wird die per HTTPS (SSL/TLS) verschlüsselte Suche bei Google bezeichnet. Die Suchanfrage wird dabei verschlüsselt übertragen und nicht mehr an die Website weitergegeben, die der Nutzer aus den Suchergebnissen aufruft. Die Website erfährt nur noch, dass der Besucher von Google kam, nicht aber, wonach er gesucht hat. Bei der unverschlüsselten Suche übermittelte der Browser die Suchanfrage im sogenannten Referrer, sodass Analyse-Tools wie Google Analytics sie auswerten konnten. Anonym gegenüber Google selbst ist der Nutzer dadurch nicht; geschützt wird die Suchanfrage vor Dritten auf dem Übertragungsweg und vor den aufgerufenen Websites.
Wie genau funktioniert die verschlüsselte Suche?
Wie bereits erwähnt, ist für viele das Theme „Anonymität im Internet“ ein sehr wichtiges, gerade wenn man die rasante Entwicklung in Online-Bereich berücksichtigt. Das Plus an Sicherheit und Anonymität rührt daher, dass die verschlüsselte Suche auf Grundlage einer SSL-Verschlüsselung basiert. Eine SSL-Verschlüsselung ist daran zu erkennen, dass bei der entsprechenden URL der Webseite kein „http“, sondern ein „https“ vorangestellt ist. Erfolgt demnach eine Suche über eine verschlüsselte Verbindung, kann man davon ausgehen, dass die Suchanfrage nicht an die aufgerufenen Websites weitergegeben wird.
Die Entwicklung – Encrypted Search im Laufe der Zeit
Die weltweit bekannte Suchmaschine Google hat sich nach deren Gründung Ende der 1990er Jahre rasant entwickelt und gehört heutzutage zu den bekanntesten Unternehmen. Bedingt durch die rasende Entwicklung der Suchmaschine, wurde auch das Keywordtracking immer besser und vor allem effizienter. Allerdings kündigte das Unternehmen am 18. Oktober 2011 an, die verschlüsselte Suche zum Standard zu machen. Allerdings waren hiervon zunächst nur Nutzer betroffen, die zwei Bedingungen erfüllten. Die erste Bedingung war die, dass der Nutzer für seine Suche die amerikanische Version der Suchmaschinen google.com nutzen musste. Gleichzeitig, und das ist die zweite Bedingung, musste der Nutzer bei Google angemeldet bzw. eingeloggt sein. Wurden diese beiden Bedingungen also erfüllt, erfuhren Websites von diesem Zeitpunkt an nicht mehr, mit welcher Suchanfrage der Besucher zu ihnen gekommen war. Wie bereits erwähnt, wurden die Daten bzgl. der Suchanfrage also nicht mehr an Google Analytics übergeben. Seitdem werden die Daten in Google Analytics als „not provided“ klassifiziert.
Wenige Jahre später, und zwar im Herbst des Jahres 2013, war es dann soweit. Die Encrypted Search war auch hierzulande, also für Google Deutschland, ab sofort verfügbar. Seitdem übermittelt Google die Suchbegriffe der organischen Suche nicht mehr an Analyse-Tools.
Encrypted Search doch nur eine Farce?
Suchmaschinen wie z. B. Google stehen seit jeher immer wieder in der Kritik, vor allem dann, wenn es um das Thema Datenschutz geht. Mit Einführung der Encrypted Search hat Google den Schutz privater Daten sicherlich erhöht, allerdings bestehen Zweifel daran, wie ernst Google es mit dem Datenschutz wirklich nimmt. Auch wenn und das ist zunächst löblich, Google die getrackten Suchanfragen bzw. Keywords nicht mehr an Google Analytics übermittelt, bedeutet das nicht, dass diese Daten vollends nicht mehr zur Verfügung stehen. Lange war es nämlich so, dass diese Daten für Google AdWords Kunden zur Verfügung gestellt wurden. Google AdWords, seit Juni 2018 Google Ads, ist ebenfalls ein Dienst von Google. Damit lassen sich gegen Bezahlung Anzeigen zu bestimmten Suchanfragen schalten. Da die Daten für AdWords Kunden weiterhin zur Verfügung standen, warf das die Frage auf, ob es sich hierbei möglicherweise doch nur um eine Farce handelt. Im April 2014 hat Google die Suchanfrage dann auch bei Klicks auf Anzeigen aus dem Referrer entfernt. Werbetreibende sehen Suchbegriffe seitdem nur noch im Suchbegriffbericht ihres Anzeigenkontos, nicht mehr im Analyse-Tool ihrer Website. Welche Motive dahinterstecken, lässt sich nur vermuten. Die Daten, die Google seinen AdWords Kunden liefert sind insofern wertvoll, da sie den Werbetreibenden dabei unterstützen, Werbekampagnen entsprechend auszurichten. Am naheliegendsten ist somit die Vermutung, dass Google seine eigene Kundschaft nicht verlieren will und vor allem nicht sehen möchte, wie diese zur Konkurrenz abwandert.
Encrypted Search aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung
Für erfolgreiche Suchmaschinenoptimierer ist die Nutzung von Analyse-Tools wies Google Analytics unumgänglich, da diese einen großen Mehrwert in Hinblick auf die Entwicklung der Rankings geben. Hat man sich über Jahre an die wertvollen Daten gewöhnt, muss man heute mit immer weniger zur Verfügung stehenden Daten kalkulieren. Hier spielen gerade die Suchbegriffe, mit denen Nutzer nach einer bestimmten Sache gesucht haben, eine wesentliche Rolle. Seit Herbst 2013 übermittelt Google Suchbegriffe aus der organischen Suche gar nicht mehr an Analyse-Tools. Gerade aus Sicht der Suchmaschinenoptimierer stellt dies eine große Einschränkung dar, da häufig die Grundlage für die richtige Entscheidung hinsichtlich besserer Rankings verloren geht. Es ist deutlich leichter seine Keywords zu optimieren, wenn Informationen bzgl. der organischen Suchanfragen vorliegen. Allerdings ist das immer seltener der Fall. Das bedeutet im Klartext, dass die Auswertung organischen Traffics Suchmaschinenoptimierer zukünftig vor immer größere Aufgaben stellen wird.
Die wichtigste Quelle für Suchanfragen ist heute die Google Search Console: Ihr Leistungsbericht zeigt die Suchanfragen, über die Nutzer die eigene Website in der Google Suche gefunden haben, samt Klicks und Impressionen. Google hatte bereits bei der Einführung der verschlüsselten Suche 2011 auf diese Daten in den damaligen Webmaster Tools verwiesen.
Es gibt allerdings auch die Möglichkeit, Daten aus anderen Suchmaschinendiensten heranzuziehen. Diese Methode kommt aber in Deutschland eher weniger vor, da sie bestimmte Risiken birgt. Hier wird zum Problem, dass anderen Suchmaschinen wie z. B. Bing in Deutschland einen verschwindend geringen Marktanteil haben. Somit ist fraglich, wie repräsentativ die ermittelten Daten solch einer Suchmaschine sind. So wird tendenziell von der Nutzung solcher Daten abgeraten. Sollte man die Daten doch nutzen wollen, empfiehlt es sich, diese als Orientierung für entsprechende Maßnahmen anzusehen.