PageRank
Der nach Larry Page benannte PageRank bezeichnet einen bestimmten Algorithmus, der in Zusammenarbeit mit Sergei Brin an der Stanford University entwickelt und ab 1997 zum Patent angemeldet worden ist. Das US-Patent („Method for node ranking in a linked database“) wurde 2001 erteilt und ist seit 2018 abgelaufen. Mit Hilfe des PageRank ist es möglich, eine Bewertung einer Webseite vorzunehmen. In seiner Ursprungsform diente der PageRank dazu, eine Webseite anhand der auf die Webseite verweisenden externen Links zu bewerten und einzuordnen. Hierbei wird jedem eingehenden Link ein bestimmtes Gewicht, der sogenannte PageRank zugeordnet. Das führte dazu, dass eine Webseite umso besser bewertet bzw. gewichtet wurde, desto mehr Links auf diese verwiesen haben. Auch das „Gewicht“ der verweisenden Webseiten war entscheidend für die Berechnung des PageRank. Umso höher der PageRank der verweisenden Webseite war, desto mehr Einfluss hatte dies auf den PageRank der verlinkten Webseite.
PageRank im Zusammenspiel mit Google
Der PageRank spielte bei der Gründung der Suchmaschine Google durch Larry Page und Sergej Brin eine wesentliche Rolle, da sich mit dessen Hilfe Webseiten nach einem bestimmten Kriterium einordnen ließen. Es wurde also bestimmt, welche Webseite in den SERPs (Suchergebnisseiten) an welcher Position platziert wird. Als alleiniges Kriterium hat der PageRank im Laufe der Zeit allerdings immer weiter an Bedeutung verloren. Abgeschafft ist er nicht: Google zählt PageRank in seinem Leitfaden zu den Ranking-Systemen weiterhin zu den wichtigsten Ranking-Systemen, betont aber, dass sich seine Funktionsweise seit der Einführung stark verändert hat.
Der Grund dafür ist, das mittlerweile immer mehr Rankingfaktoren in die Bewertung einer Webseite miteinfließen. Früher galt noch der Grundsatz „Je mehr Links auf eine Webseite verweisen, umso besser wird sie bewertet“. Dieser Grundsatz ist allerdings längst überholt, da heute der Qualität der Links ein deutlich größerer Wert beigemessen wird, als der reinen Anzahl der Links. Da der PageRank zu seiner Anfangszeit leicht manipulierbar war, konnte mit Hilfe bestimmter Methoden wie z. B. Linkspam, das Ranking einer Webseite innerhalb der SERPs schnell positiv beeinflusst werden. Hiermit konnte allerdings nur eine rein quantitative und keine qualitative Einordnung der Webseite erfolgen. Heutzutage profitiert eine Webseite durch externe Verlinkungen besonderes dann, wenn diese qualitativ hochwertig/seriös sind und gleichzeitig dem Besucher der Webseite einen Mehrwert liefern. Öffentlich sichtbar war lange nur der sogenannte Toolbar-PageRank, ein Wert zwischen 0 und 10 in der Google Toolbar. Dieser wurde seit 2013 nicht mehr aktualisiert; im März 2016 kündigte Google an, ihn abzuschaffen, seit dem 15. April 2016 liefert er keine Werte mehr. Intern nutzt Google den PageRank weiterhin — nur lässt er sich von außen nicht mehr einsehen.
Nachteile des PageRank
Ein zentraler Nachteil des PageRank ist, dass der Nutzer mehr oder weniger außen vorgelassen wird und dem Interesse anderer Webseitenbetreiber ein hoher Stellenwert beigemessen wird. Der Grund dafür ist der, dass der PageRank auf Basis von Verlinkungen basiert. Entsprechend müssen Webseiteninhalte, die in der Regel ja für den Nutzer von großer Relevanz sind, aus Sicht des Webseitenbetreibers nicht immer vordergründig sein. Dies stellt einen ganz klaren Nachteil aus Nutzersicht dar, weil dieser möglicherweise keine guten und hochwertigen Inhalte zur Verfügung gestellt bekommt. Da aber Inhalte aus Sicht der Suchmaschinen mit der Zeit immer wichtiger wurden, haben diese ihre Algorithmen immer weiterentwickelt und angepasst. In der Folge haben Praktiken wie z. B. der Linkkauf deutlich an Stellenwert verloren. Zwar stellen Backlinks immer noch ein wichtiges Rankingkriterium aus Sicht von Google dar, aber bei weitem nicht mehr so wie zu Zeiten des ursprünglichen PageRank. Heute steht aus Sicht der Suchmaschinen, allen voran Google, das Nutzerinteresse fast immer im Vordergrund.
Durch die Tatsache, dass Backlinks den PageRank steigern konnten, waren natürlich finanziell besser aufgestellte Unternehmen im Vergleich zu finanziell schlecht aufgestellten Unternehmen, deutlich im Vorteil. Entscheidet heute unter anderem die Qualität über den Erfolg bzw. Misserfolg einer Webseite, waren es früher die finanziellen Mittel, die in Linkkäufe investiert wurden.
PageRank aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung
Aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung kann der PageRank als Kennzahl heute vernachlässigt werden. Da Google keine PageRank-Werte mehr veröffentlicht, kann ohnehin keine zuverlässige Aussage über den PageRank einer Seite getroffen werden; Links fließen über die Link-Analyse-Systeme von Google aber weiterhin in das Ranking ein. Das Ranking wird heutzutage mit Hilfe vieler verschiedener Rankingkriterien ermittelt bzw. bestimmt. So zählen neben Backlinks auch zentrale Faktoren wie die Qualität des Contents, die individuelle Nutzererfahrung oder auch die Usability eine wesentliche Rolle.