DMOZ

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Die Abkürzung DMOZ steht für “Directory Mozilla”. DMOZ war eines der größten von Menschen gepflegten Verzeichnisse für Webseiten und wurde im März 2017 eingestellt. DMOZ ist auch bekannt unter der Bezeichnung ODP, was die Kurzform für “Open Directory Project” und gleichzeitig der offizielle Name war. Als dieses Projekt ins Leben gerufen wurde, verfolgte man das Ziel, den weitaus größten Teil aller Webadressen in einem Verzeichnis abzubilden. Das besondere an DMOZ war, dass kein kommerzieller Zweck verfolgt und das Verzeichnis von freiwilligen und unabhängigen Editoren erstellt und gepflegt wurde. Andere Dienste wie beispielsweise Google haben sich über längere Zeiträume dieser Daten bedient: Fehlte einer Seite verwertbarer Text und eine brauchbare Meta-Description, nutzte Google die von den DMOZ-Editoren verfassten Beschreibungen für das Snippet.

Aufgrund der rasenden Entwicklung des Internets und der unvorstellbar großen Anzahl an Inhalten, verbunden mit der begrenzten Anzahl an Freiwilligen, kam es immer wieder zu Problemen mit der Aktualität des Verzeichnisses. Das Verzeichnis selbst bestand aus Einträgen in über 50 Sprachen und wurde gepflegt durch eine hohe fünfstellige Zahl an freiwilligen Helfern.

Die Gründung

Das “Open Directory Project” wurde zunächst unter dem Namen Gnuhoo gegründet. Nachdem es im Juni des Jahres 1998 online ging, erfolgte später ein Namenswechsel zu Newhoo. Eine erneute Namensänderung folgte. Von da an sollte es “Open Directory Project” heißen. Diese Änderung hing mit dem Kauf von Newhoo durch Netscape zusammen. Aber auch Netscape war nicht davon gefeit, aufgekauft zu werden. AOL ließ sich nicht zweimal bitten, kaufte Netscape und nannte das “Open Directory Project” von nun an DMOZ. Der Name DMOZ war naheliegend, da das Verzeichnis zuvor unter der Domain directory.mozilla.org erreichbar war.

Der Aufbau von DMOZ

Auf der Webseite dmoz.org fielen direkt die Kategorien auf, welche thematisch zusammengefasst wurden. Von Games, Sports, Computers, bis hin zu Shopping u.v.m., wurden zahlreiche Kategorien angezeigt.

DMOZ.org Webseite
DMOZ.org Webseite

Jeder konnte auf dmoz.org seine Webseite anmelden, jedoch bestand keine Garantie für eine Aufnahme in das Verzeichnis, je nachdem ob sie den Richtlinien entsprach. Dazu wählte man im Menü den Punkt “Suggest a Site” aus und folgte den Anweisungen.

Die Einstellung und Curlie

Am 28.02.2017 wurde angekündigt, das Verzeichnis einzustellen; Mitte März 2017 ging DMOZ vom Netz (mehr dazu im Blog). Freiwillige führen das Verzeichnis seitdem unter dem Namen Curlie (curlie.org) weiter, das 2017 als Nachfolger startete und auf der Kategorienstruktur von DMOZ aufbaut. Auch dort kann man Webseiten für eine Kategorie vorschlagen.

Das Zusammenspiel von DMOZ und SEO

Der Einfluss von Einträgen auf DMOZ bzw. im Open Directory Project hatte im Zusammenspiel mit der Suchmaschinenoptimierung schon vor der Einstellung sehr stark nachgelassen. Durch zahlreiche Algorithmusveränderungen seitens Suchmaschinen wie Google war ein Backlink aus dem Open Directory Project zuletzt nahezu ohne Wert. Seinen Reiz für Suchmaschinenoptimierer hatte DMOZ vor allem dadurch behalten, dass Google bei Bedarf die DMOZ-Beschreibungen als Snippet übernahm. Damit ist seit Juni 2017 Schluss: Google verwendet keine DMOZ-Daten mehr, und die Robots-Anweisung NOODP, mit der man das unterbinden konnte, ist wirkungslos geworden. Für das Snippet zählen heute der Seiteninhalt und eine aussagekräftige Meta-Description.

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